Sanierung Zunfthaus zur Meisen

Perfektion auf engstem Raum

Zürich – Eines der schönsten Gebäude in Zürich wird umfassend saniert. Das Zunfthaus zur Meisen wurde 1757 im barocken Stil erbaut. Die Lage beim Münsterhof direkt am Ufer der Limmat ist malerisch, die sehr enge Einbettung in die Nachbargebäude eine Herausforderung für den Gerüstbauer.

Für die Totalsanierung musste das ganze Gebäude vollständig eingerüstet und mit einem schweren Notdach geschützt werden. Dabei erwies sich vor allem eine Gebäudeseite als einengend im wahrsten Sinne des Wortes: Zum Nachbargebäude variiert der Abstand je nach Höhe und Lage von wenigen Zentimetern zu wenigen Metern.

Präzise Planung gefordert

Es war klar, wo das Gerüst auf der einen Seite begrenzt wird, es war aber auch klar, dass auf dieser Seite des Gebäudes keinerlei Spielraum blieb. Es war also präzise Planung gefragt: Einerseits musste möglichst mit Standardmaterial so gebaut werden, dass die Wandabstände auf der anderen Seite des Gebäudes eingehalten werden. Andererseits diente das Gerüst als Träger für das darüberliegende Notdach. Auch dieses konnte wegen der Nähe zum Nachbargebäude nicht beliebig variiert werden.

Viel Platz unter dem Notdach

Ziel des Projektleiters Roger Züblin war es, das Notdach so tief wie machbar über dem Gebäude zu konstruieren. Gleichzeitig musste für die Sanierungsarbeiten möglichst viel Platz geschaffen werden. Die beeindruckende Spannweite von 28 Metern musste also ohne zusätzliche Träger und mit minimalen Abspannungen erreicht werden.

Variierende Gebäudefront

Auch gegen die Limmat hin ist das Gebäude architektonisch interessant: Die Fenster liegen nicht alle auf der gleichen Höhe, die Fassade verläuft ungleichmässig. Das Gerüst musste dabei soweit von der Fassade weg errichtet werden, dass ein sinnvolles Arbeiten möglich ist. Dabei durfte aber der Abstand zur sich stetig ein- und ausbuchtenden Fassade nie die vorgeschriebenen 30 Zentimeter überschreiten. Auch hier kam erschwerend dazu, dass das darüber liegende Notdach getragen werden musste, der Projektleiter konnte also nicht unbegrenzt mit Fassadenabständen spielen.

Fussgängerschutztunnel

Um das Gebäude herum führt ein Fussgängerweg, der auf der einen Seite durch das Gebäude und auf der anderen Seite durch Treppen und Mauern begrenzt wird. Dieser Weg wurde durch einen Schutztunnel gesichert. Bei der Tragkonstruktion wurden wieder höchste Präzision und Planung gefordert, wollte man zusätzliche komplizierte Abstützungen vermeiden.